BEZEICHNUNG
chmood – ändert die Stimmung von Dateien
ÜBERSICHT
chmood [OPTIONEN] STIMMUNG DATEI…
chmood [OPTIONEN] OKTALSTIMMUNG DATEI…
chmood [OPTIONEN] --reference=VORBILD DATEI…
BESCHREIBUNG
Unter Unix hat jede Datei eine Stimmung. Jahrzehntelang wurde sie ignoriert – chmood macht sie endlich einstellbar.
Die Stimmung setzt sich aus drei Anteilen zusammen: dem des Besitzers (u), dem
der Gruppe (g) und dem aller anderen (o). Jeder Anteil kennt drei
Stimmungsbits:
| Bit | Stimmung | Bedeutung | Oktal |
|---|---|---|---|
r | ruhig | Die Datei lässt sich lesen und nimmt es gelassen. | 4 |
w | wütend | Die Datei lässt sich beschreiben, findet das aber übergriffig. | 2 |
x | existenzkrise | Die Datei wird ausgeführt und fragt sich, wozu eigentlich. | 1 |
Die Werte werden addiert. Eine 7 bedeutet also: ruhig, wütend und in der
Existenzkrise gleichzeitig. Fachleute sprechen vom Montagmorgen.
Bewährte Stimmungen
| Oktal | Wirkung |
|---|---|
644 | Besitzer ausgeglichen, alle anderen lesen still mit. Der Normalzustand eines Großraumbüros. |
755 | Besitzer hat alles im Griff, alle anderen sind ruhig und zweifeln leise. |
600 | Besitzer ist schlecht drauf und will niemanden sehen. |
444 | Alle sind ruhig, niemand darf etwas ändern. Meditationsmodus. |
666 | Alle dürfen alles lesen und schreiben, aber niemand darf die Datei ausführen. Die Datei gilt als besessen. |
777 | Alle dürfen alles und fühlen alles. Die Sicherheitsabteilung weint. |
000 | Keine Gefühle mehr. Medizinisch bedenklich, siehe --reanimieren. |
Symbolische Links haben unter Linux keine eigene Stimmung. chmood ändert stattdessen die Stimmung des Ziels, das davon nichts wusste.
OPTIONEN
-R,--recursive- Überträgt die Stimmung auf alle Unterverzeichnisse. Stimmungen sind ohnehin ansteckend, chmood beschleunigt das nur.
-v,--verbose- Beschreibt jede Stimmungsänderung ausführlich, inklusive dessen, wie sich die Datei dabei gefühlt hat.
-c,--changes- Meldet nur echte Veränderungen. Bei Dateien von Kolleginnen und Kollegen also nie.
--reference=VORBILD- Übernimmt die Stimmung einer anderen Datei. Nützlich, wenn eine Datei im Projekt besonders ausgeglichen ist – meist die README, die niemand liest.
--preserve-root- Verhindert, dass die Stimmung von
/geändert wird. Das System hat genug durchgemacht. --therapie- Ändert die Stimmung behutsam statt sofort. Dauert pro Datei sechs bis acht Sitzungen.
--reanimieren- Holt Dateien mit der Stimmung
000zurück. Erfolgsquote: schwankend.
BEISPIELE
Den Besitzer wütend auf den Bericht machen:
$ chmood u+w bericht.docx
$ ls -l bericht.docx
-rw-r--r-- 1 benutzer team 48213 28. Okt 09:12 bericht.docxDer Besitzer war schon vorher wütend auf den Bericht. Jetzt steht es auch im Dateisystem.
Ein Skript für alle freigeben:
$ chmood 777 deploy.sh
chmood: Warnung: deploy.sh fühlt sich jetzt von allen gleichzeitig angefasst.
chmood: Hinweis: Haben Sie es schon mit 755 versucht?Den privaten Ordner abschirmen:
$ chmood -R o-r ~/privat
chmood: 3.418 Dateien wollen jetzt ihre Ruhe.Behutsam ausführbar machen:
$ chmood --therapie +x setup.sh
chmood: Sitzung 1 von 8 abgeschlossen. Nächster Termin: Dienstag.RÜCKGABEWERT
0- Alle Stimmungen wurden gesetzt.
1- Mindestens eine Datei hat sich geweigert.
2- Die Datei war schon in dieser Stimmung und fühlt sich jetzt nicht ernst genommen.
SIEHE AUCH
pseudo(8) – falls die Datei nicht mit Ihnen reden will
gerp(1) – um herauszufinden, welche Datei schlecht gelaunt ist
– ändert, wem eine Datei gehört, und wer sie besser verstanden hätte
– die Standardstimmung neuer Dateien, die sie hinter einer Maske verbergen