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PSEUDO(8)Systemverwaltung (unecht)PSEUDO(8)

BEZEICHNUNG

pseudo – führt Befehle als Superuser aus, nur so zum Schein

ÜBERSICHT

pseudo [-u BENUTZER] [--bitte] BEFEHL
pseudo -l
pseudo -k

BESCHREIBUNG

pseudo erlaubt berechtigten Benutzern, Befehle mit dem Gefühl von Root-Rechten auszuführen. Technisch passiert dabei nichts, psychologisch eine ganze Menge.

Jeder Befehl wird mit großem Ernst entgegengenommen, sorgfältig protokolliert und anschließend mit der Meldung „Erledigt.“ quittiert. Ob tatsächlich etwas erledigt wurde, verrät pseudo aus Sicherheitsgründen nicht.

pseudo akzeptiert jedes Passwort, auch falsche. pseudo glaubt an Sie.

Beim ersten Aufruf hält pseudo einen kurzen Vortrag:

Wir gehen davon aus, dass Ihnen Ihr Systemadministrator den üblichen
Vortrag gehalten hat. Er bestand im Wesentlichen aus drei Punkten:

    #1) Respektieren Sie die Privatsphäre anderer, vor allem die von /etc/shadow.
    #2) Denken Sie nach, bevor Sie tippen. Oder danach, das zählt auch.
    #3) Mit großer Macht kommt großer Papierkram.

Wer nicht in der Datei /etc/pseudoers steht, bekommt stattdessen:

benutzer steht nicht in der pseudoers-Datei. Dieser Vorfall wird gemeldet.
(An eine Adresse, die seit 2009 niemand mehr liest.)

OPTIONEN

-u BENUTZER, --user=BENUTZER
Führt den Befehl als BENUTZER aus. Genauer: Falls etwas schiefgeht, steht BENUTZER im Protokoll.
-l, --list
Listet auf, was Sie dürfen. Die Liste ist kurz.
-k, --reset-timestamp
Vergisst Ihr Passwort sofort. Vergisst außerdem, wer Sie sind. Das ist nicht schlimm.
-s, --shell
Startet eine Shell mit Root-Gefühl. Der Prompt wird zu #, Ihre Haltung aufrechter.
-E, --preserve-env
Behält Ihre Umgebungsvariablen bei – inklusive HOME, PATH und der schlechten Stimmung im Team.
-b, --background
Führt nichts im Hintergrund aus. Das aber besonders leise.
-v, --validate
Verlängert Ihre Berechtigung um 15 Minuten und Ihr Selbstvertrauen um eine unbestimmte Zeit.
--bitte
Seit Version 2.0 Pflicht. Ohne --bitte antwortet pseudo nur mit „Wie heißt das Zauberwort?“

BEISPIELE

Das gesamte System löschen:

$ pseudo --bitte rm -rf /
[pseudo] Passwort für benutzer: ********
Erledigt.
$ ls /
bin  boot  dev  etc  home  lib  opt  root  usr  var

Wie Sie sehen: alles noch da. pseudo hat gründlich nichts getan.

Den letzten Befehl mit mehr Nachdruck wiederholen:

$ apt install glueck
E: Keine Berechtigung. Sind Sie root?
$ pseudo --bitte !!
pseudo --bitte apt install glueck
Paketlisten werden gelesen … Fertig
glueck ist schon die neueste Version (0.0.0).

Nachsehen, was man darf:

$ pseudo -l
Benutzer benutzer darf auf diesem Rechner folgende Befehle ausführen:
    (ALL) NOPE: ALL

Den Server neu starten, ohne ihn neu zu starten:

$ pseudo --bitte reboot
Neustart wird durchgeführt …
Neustart abgeschlossen. Laufzeit seit dem letzten Neustart: 487 Tage.

DATEIEN

/etc/pseudoers
Wer hier steht, darf so tun, als ob. Nur mit vipseudo bearbeiten. Wer die Datei mit einem anderen Editor öffnet, wird nicht ausgesperrt, aber enttäuscht angesehen.
/var/log/pseudo.log
Lückenloses Protokoll aller Befehle, die nicht ausgeführt wurden.

RÜCKGABEWERT

0
Immer. pseudo hält Fehlschläge für eine Frage der Perspektive.

FEHLER

Mehrere Benutzer berichten, dass sich ihr System nach dem Einsatz von pseudo deutlich sicherer anfühlt, obwohl sich nichts geändert hat. Das ist Absicht und heißt in Fachkreisen Security Theater.

SIEHE AUCH

chmood(1), gerp(1), chill(1), vipseudo(8), nope(1)

pseudo 2.0 (Sicherheitsgefühl-Edition)20. Oktober 2026PSEUDO(8)

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